Handykontrolle bei Einreise: Wer seine Privatsphäre schätzt, verzichtet besser auf einen Urlaub in den USA. Dort dürfen die Grenzbeamten elektronische Geräte an ihre Computer anschließen, Daten sammeln und bis zu 15 Jahre speichern.
Die Einreise in die USA wird nach Amtsantritt von Donald Trump immer ungemütlicher. Nachdem sich in den letzten Wochen Berichte über deutsche Staatsbürger in amerikanischer Abschiebehaft gehäuft hatten, warnen Bürgerrechtsorganisationen nun vor dem fehlenden Datenschutz bei den Einreisekontrollen. Man solle sich vorab genau überlegen, was man auf seinem Handy und Laptop hat.
„Seid vorbereitet, macht euch einen Plan, bevor ihr an die Kontrolle kommt“, rät die Electronic Frontier Foundation (EFF) jetzt allen USA-Reisenden. Denn die Polizei an der Grenze darf Apps und Mails kontrollieren, Fotos anschauen und Daten kopieren. Und die Rate an derartig intensiven Kontrollen hat sich in der jüngeren Vergangenheit drastisch erhöht.
Zwölf Millionen Reisende “näher befragt”
Zahlen der Organisation zeigen, dass von den 420 Millionen Einreisenden im Jahr 2024 zwölf Millionen einer sogenannten zweiten Befragung unterzogen wurden. Diese Stufe beinhaltet genaueres Nachfragen, eine Untersuchung des Batteriefaches des Laptops oder eine Aufforderung an den Einreisewilligen, sein Handy zu entsperren.
Dritte Stufe traf 47.000 Personen
47.000 Menschen mussten gar zu einer besonders gründlichen dritten Stufe antreten. Dabei können Handys oder andere elektronische Geräte an die Computer der Beamten angeschlossen werden. Die dabei gesammelten Daten dürfen 15 Jahre aufbewahrt werden und sind von Tausenden Grenzbeamten einsehbar. Die Washington Post schreibt, dass sich seit der Amtsübernahme von Trump die Art und Weise, wie die Beamten der Grenzpolizei CBP ihre Befugnisse einsetzen, geändert habe.
Zwickmühle für Touristen
Die Sprecherin der Bürgerrechtsorganisation, Sophia Cope, gibt an, dass die Zahl der Überprüfungen elektronischer Geräte bei der Einreise in den vergangenen Jahren angestiegen sei. „Es wird interessant, wie es sich in diesem Jahr entwickelt“, sagte sie. Reisende befänden sich hier in einer Zwickmühle: Man könne das Herausgeben des Handys zwar verweigern, dann könne der Grenzbeamte das Gerät aber beschlagnahmen lassen und den Einreisewilligen aufhalten.
Handy in den Flugmodus schalten
Touristen wird daher geraten, das Handy vor der Kontrolle in den Flugmodus zu versetzen und auch kein WLAN zu nutzen. Dadurch könne der Beamte nur das sehen, was sich unmittelbar auf dem Handy befindet. Ein Zugriff auf die Cloud besteht aber nicht. Zudem dürfen nur öffentliche Social-Media-Accounts durchforstet werden.
Vorsicht vor leeren Alibi-Gerät
Wichtig sei zudem, vorab darüber nachzudenken, wie man an der Grenze auf eine kritische Situation reagiere. Vorsicht vor einem „Alibi-Handy“: Ein zweites, praktisch leeres Handy könne den Verdacht eines Beamten erregen, sagte die Sprecherin.
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Es gibt so schöne andere Urlaubsländer. Gebt da euer Geld aus. Die haben es mehr verdient!
Wen zieht es denn heute noch nach Trumpistan?